Die 13 besten KreativitĂ€tstechniken zur Ideenfindung (nicht nur) fĂŒr Startups

Kreativitätstechniken
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KreativitÀt und Stress vertragen sich nicht besonders gut. Diese Kombination lÀsst sich aber (vor allem im beruflichen Alltag) oftmals nicht gÀnzlich vermeiden. Also was tun, wenn die KreativitÀt auf sich warten lÀsst und dir einfach keine neuen Ideen mehr in den Sinn kommen?

In diesem Artikel erfÀhrst du alles Wissenswerte rund um die sogenannten KreativitÀtstechniken und wie dir diese konkret bei der Ideenfindung helfen können.

Was sind KreativitÀtstechniken?

Unter KreativitĂ€tstechniken kannst du dir Methoden vorstellen, die deine KreativitĂ€t fördern (können). Das Ziel dieser Techniken ist in der Regel immer, Ideen oder Visionen zu entwickeln oder ein konkretes Problem zu lösen. Im Detail zielen KreativitĂ€tstechniken darauf ab, deinen Ideenfluss zu beschleunigen, mögliche vorhandene gedankliche Blockaden zu lösen oder ein Problem zu prĂ€zisieren. Ganz nach dem Motto: Auch mal ĂŒber den Tellerrand hinausschauen!

KreativitĂ€tstechniken – Ideenfindung allein oder in der Gruppe?

KreativitĂ€tstechniken sind in der Regel fĂŒr jedermann (und jederfrau) geeignet. Viele Techniken sind vor allem als Gruppen-Methoden bekannt, können jedoch auch von dir als Einzelpersonen durchgefĂŒhrt werden. Der entscheidende Vorteil KreativitĂ€tstechniken innerhalb einer Gruppe anzuwenden ist, dass die Zahl und die Vielfalt der Lösungsideen von Haus aus höher sind. Besonders effektiv sind dabei heterogene Gruppen, die durch einen Moderator durch die Methode gefĂŒhrt werden.

Diese Lösungsideen bieten dir im Anschluss die Grundlage fĂŒr die Ideenkonzepte. Die ausgearbeiteten Konzepte werden im nĂ€chsten Schritt bewertet und fĂŒr die Realisierung ausgewĂ€hlt.

Kreativitaetstechniken
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Hast du es gewusst?

Generell können KreativitÀtstechniken in intuitive (Aktivierung des Unterbewusstseins, etwa 100-400 Ideen in 30 Minuten) und diskursive (logisch fortschreitende Schritte, etwa 10-50 Ideen in 30 Minuten) Methoden eingeteilt werden. Die intuitiven Methoden können in ruhige, laute und bewegte Techniken unterteilt werden. Werden Merkmale intuitiver und diskursiver Methoden miteinander vereint, spricht man auch von den sogenannten Kombimethoden.


Welche KreativitÀtstechniken gibt es?

1. Brainstorming

Das Brainstorming ist wohl die bekannteste KreativitĂ€tstechnik und wurde in den 1950er Jahren von Alex Osborn in den USA entwickelt. Diese KreativitĂ€tsmethode zĂ€hlt zu den intuitiven, lauten Techniken. Der Name geht auf die Aussage “using the brain to storm a problem” zurĂŒck. FĂŒr diese Methode benötigst du eine Gruppe, bestehend aus beliebig vielen Personen, und einen Moderator, der das Problem darstellt und eine Frage- bzw. Aufgabenstellung formuliert.

Anschließend folgt Phase 1: die Ideenfindung. Die Teilnehmer nennen spontan und frei ihre Ideen. In dieser Phase sind Kritik, Korrektur oder Wertung der genannten Ideen nicht erlaubt. Im Optimalfall werden bereits notierte Ideen aufgegriffen oder kombiniert. So lassen sich in kĂŒrzester Zeit (ca. 5-30 Minuten) viele verschiedene Ideen sammeln.
Nach einer Pause werden die Ergebnisse in der 2. Phase sortiert und bewertet. Das kann entweder durch die Gruppe selbst oder von einer weiteren Gruppe an Fachleuten erfolgen.

Typische Anwendungsgebiete des Brainstormings sind der Bereich Werbung (Stichwort: Namens- oder Slogan-Findung) oder die Produktentwicklung.

Kreativitätstechniken_brainstorming
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2. Brainwriting

Das Brainwriting ist mit dem Brainstorming eng verwandt und wird vorwiegend bei Gruppen angewendet. Im Gegenteil zum Brainstorming erfolgt die Ideenfindung in Ruhe und in schriftlicher Form. Daher zĂ€hlt diese KreativitĂ€tstechnik zu den intuitiven, ruhigen Techniken. Bei dieser Technik gelten im Großen und Ganzen Ă€hnliche Regeln wie beim Brainstorming. Ebenso lassen sich auch beim Brainwriting die Phase 1 “Ideenfindung” und Phase 2 “Ergebnisse sortieren und bewerten” ausmachen.

Ein entscheidender Vorteil des Brainwritings gegenĂŒber dem Brainstorming ist, dass die Teilnehmer anonym auftreten können und wirklich alle Ideen festgehalten werden.

Typische Anwendungsgebiete des Brainwritings sind die Bereiche Werbung, kreatives Schreiben oder Journalistik.


3. Brainwalking

Das Brainwalking ist ebenfalls eine KreativitĂ€tstechnik fĂŒr Gruppen und eng mit dem Brainstorming bzw. dem Brainwriting verwandt. Wie der Name schon sagt, soll deine KreativitĂ€t durch Bewegung aktiviert werden. Hierzu werden die Teilnehmer in Gruppen von 2 – 3 Personen geteilt. Auf mehreren Flipcharts werden Frage- oder Aufgabenstellungen notiert. Diese Flipcharts werden möglichst weitlĂ€ufig im Raum oder im GebĂ€ude verteilt, von jeder Gruppe angesteuert und Ideen aufgeschrieben. Wichtigster Aspekt: Beweg dich und bring’ deinen Puls auf Touren! WĂ€hrend dieser Phase darf nicht gesprochen werden.

Zur Auswertung nimmst du dir alle FlipchartblÀtter zur Hand und gehst an das Sortieren und Bewerten. Hierzu werden die Ideen auf den Flipcharts in einzelne Streifen gerissen.


4. Design Thinking

Das Design Thinking vereint den Nutzen, die Umsetzbarkeit und die MarktfÀhigkeit einer neuen Idee. Bei dieser KreativitÀtsmethode wird besonderen Wert auf die Sicht des Anwenders bzw. des Nutzers gelegt. Das Ziel dieser Technik ist die Entstehung einer neuen Innovation bzw. das einwandfreie Lösen eines Problems.

Dieses System bedient sich dabei 6 grundlegender Schritte:

  1. Verstehen
  2. Beobachten
  3. Standpunkt definieren
  4. Ideen finden
  5. Prototyp
  6. Testen

Diese Methode ist bei einer Vielzahl internationalen Unternehmen beliebt und kommt dort als Innovations-, Analyse-, Projekt- oder Entwicklungstool zum Einsatz. Unternehmen die sich dieser KreativitÀtsmethode bedienen sind beispielsweise Airbnb, Pinterest oder Swisscom.


5. 6-3-5 Methode

Die 6-3-5 Methode zÀhlt zu den intuitiven, ruhigen Techniken und kann der Brainwriting-Technik (und deren Grundregeln) zugeordnet werden. Der Marketing- und Unternehmensberater Bernd Rohrbach hat die 6-3-5 Methode 1968 entwickelt.
Diese Technik wird mit 6 Teilnehmern durchgefĂŒhrt. Jeder Teilnehmer erhĂ€lt zu Beginn ein Blatt Papier, welches in 18 KĂ€stchen aufgeteilt wird (3 Spalten, 6 Zeilen). Anschließend soll jeder Teilnehmer in die erste Zeile jeweils 3 Ideen (pro Spalte eine Idee) zu einer Frage- oder Aufgabenstellung notieren. Nach wenigen Minuten wird das Blatt gleichzeitig und im Uhrzeigersinn an den jeweils nĂ€chsten Teilnehmer weitergegeben, der die notierten Ideen weiterentwickelt. Insgesamt ergibt sich dabei 5-maliges Weiterreichen.

Die 6-3-5 Methode kommt vor allem bei weniger komplexen Problemstellungen zum Einsatz. Beispielsweise kann mit dieser Technik das Potential eines neues Verfahrens, Produktes oder Rohstoffes ermittelt werden.

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6. Osborn-Methode

Die Osborn-Methode zÀhlt zu den diskursiven Methoden. Im Fokus der Osborn-Methode steht das Wecken von Assoziationen durch eine Vielzahl von Fragen, die Kategorien zugeordnet werden. Folgenden Kategorien sind bei der Osborn-Methode denkbar:

  • Andere Verwendung?
  • Anpassen?
  • VerĂ€ndern?
  • VergrĂ¶ĂŸern?
  • Verkleinern?
  • Ersetzen?
  • Umordnen?
  • Umkehren?
  • Kombinieren?

Die Anwendungsbereiche der Osborn-Methode sind breit und kann im Prinzip fĂŒr alle Bereiche angewendet werden. Hierbei ist es unerheblich, ob es sich um ein Produkt oder um eine Dienstleistung handelt. Im Fokus steht auch hier die Optimierung und Weiterentwicklung des Produktes bzw. der Dienstleistung. Um einen Innovationsprozess zu beginnen eignet sich diese Methode allerdings weniger.


7. Osborn-Checkliste

Die Osborn-Checkliste wird ebenfalls als diskursive Methode verstanden. Alex Osborn veröffentlichte diese Technik im Jahr 1957. Auch diese Methode entspricht in ihren GrundzĂŒgen der Osborn-Methode. Die Liste der Fragen ist bei der Osborn-Checkliste jedoch deutlich detaillierter. Es sollen den einzelnen Kategorien jeweils konkrete, produktspezifische Fragen zugeordnet werden.

Die Anwendungsbereiche der Osborn-Checkliste entsprechen denen der Osborn-Methode.


8. SCAMPER

Die SCAMPER-Checkliste wird ebenfalls den diskursiven Methoden zugeordnet und wurde von Bob Eberle im Jahr 1997 entwickelt. Die Basis fĂŒr diese KreativitĂ€tstechnik ist die Osborn-Methode bzw. die Osborn-Checkliste, welche um die Kategorie Entfernen? ergĂ€nzt wird.

Die SCAMPER-Checkliste ist, ebenfalls wie die Osborn-Methode, in nahezu jedem Bereich anwendbar.


9. Walt-Disney-Methode

Die Walt-Disney-Methode zÀhlt zu den Kombimethoden und vereint damit Elemente der intuitiven und der diskursiven Methodik. Die Basis dieser KreativitÀtstechnik stellt ein Rollenspiel dar, wobei es drei bis vier unterschiedliche Blickwinkel (mit den zugehörigen Eigenschaften) gibt:

  • den TrĂ€umer (enthusiastisch, subjektiv, bewertet nicht)
  • den Realist (pragmatisch, praktisch, macht sich Gedanken ĂŒber Voraussetzungen und Arbeitsschritte)
  • den Kritiker (herausfordernd, prĂŒfend, kritisiert konstruktiv und positiv)
  • und ggf. den Neutralen (beobachtend, beratend)

Drei (bzw. vier) StĂŒhle werden mit den genannten Rollen beschriftet, worauf abwechselnd Teilnehmer Platz nehmen und die Problem- bzw. Aufgabenstellung so lange diskutieren, bis ein zufriedenstellender Entwicklungsstand erreicht ist. Auch alleine kann man die Methode sehr gut nutzen.

Die Walt-Disney-Methode eignet sich vor allem fĂŒr die Suche nach alltagstauglichen und gut umsetzbaren Lösungen. RevolutionĂ€re Ideen kommen mit dieser Methode in der Regel allerdings nicht zum Vorschein.

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10. Mindmap

Das Mind Mapping wird den intuitiven, ruhigen KreativitÀtstechniken unterstellt. Eine Mindmap kannst du dir als Baumdiagramm vorstellen, welches durch zusÀtzliche Anmerkungen prÀzisiert wird. Im Gegensatz zum Brainstorming können bei dieser Methode bereits von Anfang an ZusammenhÀnge und Beziehungen sichtbar gemacht werden.

Eine Mindmap kann in vielen unterschiedlichen Bereichen hilfreich sein. Beispielsweise wird das Mind Mapping zur generellen Ideensammlung, zum Strukturieren von Sachtexten, zum Erstellen eines Vortrags oder zum Protokollieren verwendet.


11. Kuchen-Methode

Die Kuchen-Methode kannst du problemlos alleine und ohne Gruppe anwenden. Hierzu benötigst du ausschließlich einen Notizblock und Stifte. Die Kuchen-Methode setzt sich aus 4 Schritten zusammen:

Schritt 1: Zusammentragen der Zutaten (alle Informationen zu einem Produkt oder einem Problem)

Schritt 2: Zutaten zu einem Teig vermengen (Ordnen, ZusammenhÀnge kennzeichnen, wichtige Punkte hervorheben, unwichtige Punkte streichen, fehlende Punkte ergÀnzen)

Schritt 3: Teig ruhen lassen (auf andere Gedanken kommen, Zeit vergehen lassen, einen Spaziergang machen, sich mit anderen Dingen beschÀftigen)

Schritt 4: Die Hefe arbeitet, der Teig geht auf (Unterbewusstsein arbeitet, liefert unerwartete Ideen)

Die Kuchen-Methode kann ausschließlich fĂŒr LösungsansĂ€tze verwendet werden, die nicht zeitlich terminiert sind. Wann dir dein Unterbewusstsein einen Lösungsvorschlag prĂ€sentiert ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und kann durchaus lĂ€ngere Zeit in Anspruch nehmen.


12. Kopfstandmethode

Die Kopfstandmethode zĂ€hlt zu den intuitiven, lauten Techniken und ist auch unter den Namen “Umkehrtechnik” oder “Flip-Flop-Technik” bekannt. Auch diese KreativitĂ€tstechnik besteht aus 4 Schritten:

Schritt 1: Problem- oder Aufgabenstellung umkehren

Schritt 2: Lösungen fĂŒr die umgekehrte Problem- oder Aufgabenstellung finden

Schritt 3: Die gefunden Lösungen umkehren

Schritt 4: Die gefundenen Lösungen konkretisieren

Die Kopfstandmethode kann hilfreich sein, wenn vorgefertigte Denkmuster umgangen werden wollen.


13. ABC-Methode

Die ABC-Methode zĂ€hlt zu den intuitiven, ruhigen KreativitĂ€tstechniken. FĂŒr diese Technik listest du die Buchstaben des Alphabets untereinander auf einem Blatt Papier auf. Anschließend notierst du, ausgehend von einer Fragestellung oder einem Oberbegriff, Ideen, die mit dem jeweiligen Buchstaben beginnen. Die Reihenfolge ist dabei unerheblich. Außerdem bist du mit der Anzahl an Ideen pro Buchstabe nicht limitiert. Ebenfalls sind natĂŒrlich auch LĂŒcken erlaubt.

Die Ideenfindung bei dieser Methode nimmt etwa 10 Minuten in Anspruch. Im Anschluss werden die Ideen markiert, die am besten zu der Fragestellung bzw. dem Oberbegriff passen. Die ABC-Methode ist ebenfalls mit einer Gruppe durchfĂŒhrbar.


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