Berufung finden: Mit dieser Technik findest du sie!

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Wir alle verbringen einen sehr großen Teil unseres Lebens mit unserer Arbeit. Rund 8 Stunden am Tag sind die meisten unter der Woche mit ihrem Job beschäftigt. Das ist ein Drittel des gesamten Tages! Wenn wir jedoch bedenken, dass wir auch fast 8 Stunden schlafen, so ist es eigentlich fast die Hälfte des Tages, die wir unserem Job widmen. Alleine aus diesem Grund sollte die Arbeit Spaß machen und nicht nur getan werden, um Geld zu verdienen. Immer mehr Menschen sind deshalb auf der Suche nach ihrer Berufung. Hast du deine Berufung schon gefunden?

Daran erkennst du, dass du deine Berufung noch nicht gefunden hast

Wenn du Tag für Tag einem Job nachgehst, der nur dazu dient, deinen Lebensunterhalt zu finanzieren, dann hast du deine Berufung vermutlich noch nicht gefunden. Bei deiner Berufung geht es jedoch nicht nur darum, Spaß auf der Arbeit zu haben, sondern auch einen Sinn dahinter zu sehen. Denn deine Berufung kann mehr sein, als die Tatsache einem schönen Job nachzugehen. Wer seine Berufung gefunden hat, der verwirklicht sich selbst, leistet einen tollen Beitrag für die Welt und hat somit die Chance auf ein glücklicheres Leben.

Seine eigene Berufung zu finden ist jedoch leichter gesagt als getan. Es gibt so unendlich viele Möglichkeiten, gerade in unserer modernen Welt. In der Schule wird uns leider nicht erklärt, wie wir all diese Möglichkeiten in Betracht ziehen und unsere wahre Berufung finden können. Deshalb findest du nachfolgend eine Technik, die es dir ermöglicht, deiner Berufung näherzukommen. Du erhältst wertvolle Tipps und Fragen, die dir dabei helfen werden, deine Berufung zu finden.


Die eigene Berufung finden ist keine leichte Aufgabe

Gleich vorab sei jedoch schon gesagt, dass es hin und wieder Zeit kosten kann, seine Berufung finden zu können. Nimm dir also nicht nur ausreichend Zeit, um diesen Artikel zu lesen, sondern auch dafür, die Fragen gründlich zu beantworten. Eine Berufung ist ein Lebenswerk und somit nichts, was du innerhalb von 30 Minuten entdeckst. Hab also Geduld und beschäftige dich intensiv mit den folgenden Fragestellungen. Dann wirst auch du deine Berufung finden können.

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Deine Berufung finden mit drei passenden Fragen

Die eigene Berufung ist oft eine Schnittmenge aus verschiedenen Teilaspekten. Dabei geht es darum, was du gut kannst, was du gerne tust und wie du der Welt am besten dienen kannst. Mit all diesen Themenkomplexen solltest du dich intensiv beschäftigen. Beginnen wir mit der ersten Fragestellung:

1. Frage: Was ist deine Begabung?

Im ersten Schritt geht es darum, herauszufinden, wo deine Begabungen liegen. Manche finden hier sofort einige Antworten, andere müssen jedoch länger darüber nachdenken. Wichtig ist, dass du hierbei deinen Horizont erweiterst und besser zu viel aufschreibst als zu wenig. Beantworte beispielsweise die folgenden Fragen, um das Ganze konkreter zu machen:

  • Was kannst du richtig gut?
  • Worin liegen deine Stärken und Talente?
  • Was schätzen andere an dir?
  • Bei welchen Themen fragen dich andere um Rat?
  • Für welche Fähigkeit oder Talent bewundern oder beneiden dich andere?
  • Welche Aufgaben fallen dir besonders leicht?
  • Womit hast du anderen schon oft geholfen?
  • Welche Tätigkeiten erledigst du überdurchschnittlich schnell?

Diese und ähnliche Fragen geben dir Aufschluss über deine Begabung. Ein wichtiger Tipp ist an dieser Stelle noch, dein Umfeld miteinzubeziehen. Oft ist es nämlich so, dass unsere Talente und Stärken für uns ganz normal sind. Wir können irgendetwas überdurchschnittlich gut und das oft schon seit einer langen Zeit. Somit ist es für uns ganz normal geworden und wir sehen es häufig nicht mehr als eine Begabung an.

Wenn du die Möglichkeit hast, dann frage unbedingt Freunde oder Familienmitglieder, was sie an dir besonders schätzen oder was du ihrer Meinung nach besonders gut kannst. Notiere alle Antworten auf einem Blatt Papier. Je mehr du findest, desto besser ist es.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass du den Kopf dabei so frei wie möglich hast und die Begabungen nicht gleich mit einem bestimmten Beruf assoziierst. Wenn du beispielsweise gut singen kannst, dann solltest du an dieser Stelle noch nicht überlegen, ob daraus wirklich ein realer Beruf entstehen kann oder ob du wirklich Sänger werden möchtest. Mit dieser Fragestellung kannst du dich später beschäftigen. Im Moment geht es einzig und allein darum, deinen Begabungen auf den Grund zu gehen. Sammle also erst mal so viele Tätigkeitsideen wie möglich und bewerte sie nicht.

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2. Frage: Was ist deine Leidenschaft?

Im zweiten Teil geht es dann darum, herauszufinden, wo deine Leidenschaften liegen. Hierbei geht es also nicht darum, was du besonders gut kannst. Das haben wir im ersten Teil gesammelt. Und genauso, wie du im ersten Teil nicht darauf achten solltest, ob du eine Tätigkeit gerne machst, sondern nur, ob du sie gut kannst, so gilt dasselbe jetzt umgekehrt.

Die zweite Frage dient einzig und allein dazu, herauszufiltern, was du so richtig gerne machst! Die Frage, ob du darin gut bist oder ob du damit Geld verdienen kannst, lässt du also vollkommen außen vor. Denn so viel sei bereits an dieser Stelle verraten: Wenn du eine Sache mit großer Leidenschaft nachgehst, dann wirst du irgendwann meistens automatisch gut darin werden! Um deinen Leidenschaften näherzukommen, kannst du folgende Fragen für dich beantworten:

  • Was liebst du und worin gehst du so richtig auf?
  • Wie verbringst du gerne deine Freizeit?
  • Was wolltest du als Kind werden?
  • Wenn Geld keine Rolle spielen würde, was würdest du dann tun?
  • Was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass es funktioniert?
  • Bei welcher Tätigkeit vergisst du Raum und Zeit?
  • Mit welchen Themen könntest du dich stundenlang beschäftigen, ohne dass dir langweilig wird?
  • Über welche Themen redest du am liebsten?
  • Zu welchem Thema würdest du gerne ein Buch lesen?
  • Welche Tätigkeit würdest du tun, ohne dafür bezahlt zu werden?

All diese Fragen helfen dir dabei, deine Leidenschaft herauszufiltern. Natürlich kannst du auch mehrere Leidenschaften haben und dies ist eigentlich auch die Regel. Die Leidenschaften müssen also nichts miteinander zu tun haben und können aus völlig verschiedenen Tätigkeitsbereichen stammen.

Auch hierbei solltest du nicht an konkrete Berufe denken, sondern einfach daran, was du gerne tust. Denn aus den meisten Tätigkeiten, denen wir im Alltag nachgehen, lässt sich auf irgendeine Weise später auch ein Beruf basteln. Wenn es beispielsweise deine Leidenschaft ist, zu lesen, so könntest du vielleicht im ersten Moment denken, dass Lesen wohl kein Beruf ist, mit dem man Geld verdienen kann. Es gibt aber wohl sehr viele Berufe, die damit einhergehen. Buchkritiker oder Korrekturleser sind nur zwei davon.

Die Liste von Leidenschaften darf ebenso lang sein wie die Liste von Begabungen. Nimm dir also ausreichend Zeit und schreibe alles auf, was dir dazu einfällt.


3. Frage: Wie kannst du der Menschheit am besten dienen?

Die dritte Aufgabe, die nötig ist, um deine Berufung zu finden ist dein Beitrag zur Welt. Hierbei geht es nun also um die Frage, welchen Beitrag du in der Welt leisten kannst. Dies geht im Grunde genommen auch mit der Frage des Geldverdienens einher.

Vielleicht wunderst du dich darüber, dass es bei dieser Aufgabe nicht darum geht, konkrete Berufe zu finden. Die meisten haben schließlich den Anspruch, mit ihrer Berufung Geld zu verdienen, was auch vollkommen legitim ist. Denn jeder hat nur 24 Stunden am Tag und kann seine Berufung umso intensiver ausleben, wenn er damit auch seinen Lebensunterhalt sichern kann. Doch die oben genannte Fragestellung hat mehr damit zu tun als du vielleicht denkst! Wenn du der Menschheit dienen kannst und einen wertvollen Beitrag leistest, dann wirst du damit irgendwann auch Geld verdienen. Ein wertvoller Beitrag wird in der Regel früher oder später immer monetär entlohnt werden, weshalb das Geld “von ganz alleine” kommt. Mache dir an dieser Stelle also keine Gedanken darüber und beschäftige dich stattdessen mit folgenden Fragestellungen:

  • Wie könntest du einen Beitrag zur Welt leisten?
  • Wie kannst du das Leben anderer Menschen positiv beeinflussen?
  • Was kannst du für andere Menschen tun, dass sich ihr Leben verbessert?
  • Wie kannst du anderen Menschen bei ihren Problemen helfen?
  • Wovon können andere Menschen bei dir profitieren?
  • Was ist dein Geschenk für die Welt?
  • Für welches Problem, das andere Menschen haben, kannst du eine Lösung bieten?

Wenn du dieser Fragestellung nachgehst, so wirst du dich automatisch auch fragen, was die Welt braucht. Vermutlich werden dir hier auch einige Aspekte einfallen. Wichtig ist, dass du hierbei vollkommen frei bist und nicht in andere Richtungen denkst oder deine Ideen bewertest. Wenn du beispielsweise ein echter Experte beim Thema Ernährung und Fitness bist, dann kannst du mit diesem Wissen garantiert einigen Menschen helfen. Es wäre an dieser Stelle fatal, wenn dich der Gedanke auffrisst, dass es schon so viele andere Menschen gibt, die dieser Aufgabe nachgehen und es deshalb nicht in Betracht ziehst. Natürlich gibt es schon eine ganze Menge Ernährungs- und Fitness-Coaches ist auf der Welt. Jedoch gibt es mindestens genauso viele Menschen, die genau in diesen Bereichen Hilfe benötigen. Darüber hinaus arbeitet jeder anders und jeder Mensch benötigt dasselbe Wissen auf eine andere Art und Weise. Es wird also definitiv Menschen geben, die solche Informationen genau auf die Weise brauchen, wie du sie vermittelst. Schließe deshalb auf gar keinen Fall irgendwelche Tätigkeiten oder ganzen Berufe aus, nur weil es sie schon gibt.

Wenn du deine Berufung finden möchtest, dann brauchst du dir nicht das Ziel setzen, das Rad neu zu erfinden. Überlege also ausschließlich, was die Menschheit brauchen kann und ob du es ihr geben kannst.


Wie du durch die drei Fragen auf deine Berufung kommst

Schau dir nun die Antworten auf die drei Fragen an. Lege sie nebeneinander. Erkennst du ein Muster? Siehst du Zusammenhänge? Ergänzen sich manche Dinge? Lass die Antworten eine zeitlang auf dich wirken. Wenn du nicht direkt ein Aha-Erlebnis hast, dann lege die Zettel erstmal weg und schau sie dir später noch einmal an. Die Lösung liegt vor dir, du musst nur genau hinschauen. Lass dich aber nicht entmutigen, falls du sie nicht auf Anhieb siehst. Vielleicht gehst du auch noch tiefer in die Beantwortung der Fragen. Und höre dazu in dich selbst hinein. Was fühlt sich richtig an? Was sagt dein Bauchgefühl – deine Intuition? Was ist deine Berufung? Es eignet sich auch im Anschluss an die Übung ein paar Minuten zu meditieren und dir dabei genau die Frage nach deiner Berufung noch einmal zu stellen. Siehst du sie jetzt klar vor dir?

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Muss es immer die ‘berufliche’ Berufung sein?

Vielleicht bist du mit deinem Job derzeit auch sehr zufrieden und weißt gar nicht, ob du eine ‘berufliche’ Berufung finden möchtest. Wenn du dich mit dieser Frage beschäftigst, dann ist dies mehr als erfreulich. Denn wenn du deine Berufung suchst, ohne dabei den Anspruch zu haben, damit Geld verdienen zu wollen, dann bist du wesentlich freier in deinen Gedanken. Meistens entwickelt sich daraus später trotzdem ein Beruf, mit dem du Geld verdienst, es kann jedoch auch bei einem Nebenprojekt bleiben. Steigere dich also nicht in solche Fragestellungen herein, sondern beschäftige dich mit den drei oben genannten Themen. Denn glücklicher machen wird dich dieser Weg in jedem Fall! Und was genau aus deiner Berufung später dann entsteht, wird sich zeigen.