War for Talent – wie du ihn mit deinem Startup gewinnst und die besten Mitarbeiter anziehst!

War for Talent
@execc via Twenty20

Schlagzeilen über den vorhandenen Fachkräftemangel sind längst keine Sensation mehr innerhalb der Wirtschaftsnachrichten. Die Entwicklung zum War for Talent, der sich hinter den Kulissen abspielt, bringt jedoch nicht nur für große Konzerne Nervenkitzel mit sich. Startups müssen sich ebenfalls im Kampf um neue Talente und erfahrene Mitarbeiter einiges einfallen lassen. Wie es dir gelingt hierbei nicht den Kürzeren zu ziehen, verraten wir dir in diesem Artikel.

Was steckt hinter dem War for Talent?

Die Bezeichnung „War for Talent“ oder übersetzt Kampf um Mitarbeiter, ist keine Übertreibung. Als Startup weißt du aus eigener Erfahrung, dass die Idee und innovative Konzepte oft im Fokus stehen. Das Fundament jedes neu gegründeten Unternehmen bilden auch weiterhin die Mitarbeiter. Fehlt das Fachwissen und das Engagement, die vorhandene Vision umzusetzen, bleibt das Startup letztlich nur ein Gedankenspiel. Wirtschaftlich betrachtet zeigt der War for Talent jedoch ebenfalls die gesteigerte Nachfrage nach Fachkräften sowie die in den letzten Jahren verringerte Anzahl an Auszubildenden und Hochschulabsolventen, die in die Arbeitswelt eintreten. Aus diesem Ungleichgewicht heraus sehen sich Unternehmen zum ersten Mal in der Lage neue Konzepte zu erarbeiten, um Fachkräfte davon zu überzeugen für den weiteren Karriereweg der nächste logische Schritt zu sein.


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Die wichtigsten Gründe für den War for Talent

Den War for Talent einzig auf Angebot und Nachfrage zu reduzieren, lässt einen weiteren sehr entscheidenden Grund für den Mangel an Fachkräften aus. Hierzu gehört die Globalisierung ebenso wie die zunehmende Flexibilität von Angestellten in Bezug auf den eigenen Wohnort. Sowohl der Gedanke zur Arbeit zu pendeln als auch in einem anderen Land heimisch zu werden oder komplett im HomeOffice zu arbeiten schreckt junge und motivierte Fachkräfte bei der Arbeitssuche nicht länger ab. Die Konkurrenz, der du dich bei der Auswahl neuer Arbeitskräfte aussetzt, ist daher längst nicht mehr nur auf die Region, das Bundesland oder Deutschland beschränkt.

Weltweit suchen Unternehmen nach Mitarbeitern, die maßgeblich am zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg beteiligt sein sollen. In Deutschland ist dieser Druck zudem etwas höher, da die Ausbildung in Unternehmen und Universitäten einen sehr guten Ruf genießt. Zudem stellt die Sprachbarriere aufgrund von vorhandenen Fremdsprachenkenntnissen bei einem überwiegenden Anteil von Bewerbern ebenfalls kein Hindernis dar.

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Warum du als Startup einen Vorteil im War for Talent hast

Der Fachkräftemangel ist auf allen Ebenen der Wirtschaft angekommen. Bist du selbst mit diesem Problem konfrontiert, ist es leicht sich als Startup zunächst in eine Ecke gedrängt zu fühlen. Konzerne investieren nicht selten mit Stipendien oder der Beauftragung von Headhuntern in die nächste Generation von Arbeitskräften. Als Startup hast du jedoch die Möglichkeit einige Vorteile in die Waagschale zu werfen. Einer der größten Vorteile ist die Flexibilität deines Startups. In einem vor mehreren Jahren oder sogar Jahrzehnten gegründeten Unternehmen erwarten neue Mitarbeiter ab Tag 1 feste Strukturen. Speziell junge Fachkräfte haben hier schnell das Gefühl nur ein kleines Rädchen im Getriebe zu sein. Als Startup hast du einen anderen Zugang zu deinen Mitarbeitern und bist als Chefetage nicht so unerreichbar als in großen Unternehmen.

Ein weiterer Vorteil des Startups zeigt sich in der Gestaltung der Arbeitstage. Können deine Mitarbeiter frei entscheiden, ob an diesem Tag Büro oder Homeoffice angesagt ist oder startet das Wochenende in deiner Firma schon am Donnerstagabend, stellt dies eine Entscheidungsfreiheit dar, die weite Teile der deutschen Wirtschaft nicht teilen können. Den bisher fehlenden bekannten Namen innerhalb der Branche oder die ellenlange Firmengeschichte deines Startups kannst du dadurch in den Hintergrund rücken. Das spricht vor allen junge Fachkräfte an, die nach dem Ende der Ausbildung auch nach Arbeitsplätzen Ausschau halten, an denen es möglich ist die zukünftige Lebensplanung und die Karriere unter einen Hut zu bringen.


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Was du konkret tun kannst, um passende Talente für dein Startup anzuziehen

Wahrscheinlich überrascht es dich nicht, dass es aktuell nicht mehr ausreicht Inserate und Onlineanzeigen zu schalten, um neue Mitarbeiter zu gewinnen. Möchtest du den War for Talent für dich entscheiden, musst du noch einen Schritt weiter gehen. Mit den folgenden vier Strategien machst du dein Startup für Fachkräfte zukünftig zur ersten Wahl.

1. Entwickle ein innovatives Konzept für deine Außenwahrnehmung

Sich um einen Arbeitsplatz zu bewerben, ist durchaus vergleichbar mit einem ersten Date. Viele Fachkräfte werden sich Suchmaschinen wie Google zu Nutze machen, um mehr über dein Startup als potenziellen Arbeitgeber in Erfahrung zu bringen. Diese Tatsache kannst du im War for Talent zu deinen Gunsten einsetzen. Gestalte deine Webseite oder Profile in den sozialen Medien auch für Bewerber informativ. Sorge außerdem dafür, dass dein Startup auf Plattformen wie kununu.com oder glassdoor.com gut dasteht. Die Außenwahrnehmung deines Startups entscheidet darüber, ob qualifizierte Fachkräfte dein Unternehmen als gute Wahl für den Berufseinstieg betrachten oder sogar einen Jobwechsel in Betracht ziehen.

Zurückhaltung ist im Wettbewerb um Fachkräfte zudem nicht angesagt. Spreche deine potentiellen Bewerber über das Internet doch einfach ganz direkt an. Mit einem kurzen Video kannst du Bewerbern das Konzept deines Startups und die Rolle erklären, die deine neuen Mitarbeiter darin spielen sollen. Hilfreich ist auch ein Blick in das Büro sowie auf das bisher vorhandene Team, um sich einen Eindruck über die Atmosphäre zu verschaffen. Führst du die Bewerbungsgespräche selbst durch, nimmt dieser erste Eindruck den Bewerbern auch die Nervosität. Das begünstigt ein entspanntes Gespräch und zeigt, ob neben dem Fachwissen auch die zwischenmenschliche Chemie stimmt.


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2. Investiere Zeit in ein positives Arbeitsklima

Deine eigenen Mitarbeiter sind die beste Werbung, um weitere Fachkräfte anzuwerben. Fühlen sich diese wohl an ihrem Arbeitsplatz, kommunizieren die Angestellten dies nicht selten innerhalb der Familie, dem Freundeskreis oder in den sozialen Medien. Unter diesen Personen befinden sich oftmals Menschen mit gleichen Interessen oder Fachkenntnissen. Wird eine neue Stelle frei, führt diese kostenlose Werbung recht schnell zu den ersten Interessenten. Tipp: Hier empfiehlt sich ein „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“ Programm, bei empfehlende Mitarbeiter bei einer Neueinstellung durch eine Empfehlung ihrerseits eine Prämie erhalten.

Für ein positives Arbeitsklima reicht es nicht aus, Kaffeevollautomaten zur Verfügung zu stellen oder in 3-lagiges Toilettenpapier zu investieren. Ein gutes Betriebsklima entsteht in erster Linie durch den Umgang der Mitarbeiter untereinander sowie den Chefs, die sich bei auftauchenden Problemen nicht plötzlich unsichtbar machen. Entstehen Konflikte ist es hilfreich als Mediator aufzutreten und Lösungen anzubieten. Dieser zusätzliche Zeitaufwand steht zudem in keinem Verhältnis zu einem schlechten Ruf innerhalb der Branche. Ist der Name deines Startups erst einmal mit Mobbing, Knebelverträgen oder Ähnlichem in Verbindung gebracht worden, ist es schwer mit positiven Meldungen dem angerichteten Schaden entgegenzusteuern.

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3. Beschränke dich nicht zu stark auf die perfekten Angestellten

Befindest du dich inmitten des War for Talent ist es verständlich die perfekten Mitarbeiter für dein Startup gewinnen zu wollen. Löst du dich von dieser Vorstellung, ist eine solide Basis geschaffen, um die besten Angestellten zu finden. In langjährigen Unternehmen müssen Bewerber oft einem sehr engmaschigen Profil entsprechen. Als aufstrebendes Unternehmen solltest du diese Kategorien meiden. Für den Aufbau eines Unternehmens ist in erster Linie Know-how und Engagement gefragt. Besteht dein Team ausschließlich aus kinderlosen Personen mit Bestnoten ist dies vielleicht auf dem Papier ein Bonus, aber keine Garantie auch wirklich das bestmögliche Team zusammengestellt zu haben.

Bewerbern eine Chance zu geben, die vielleicht eine Lücke im Lebenslauf haben oder alleinerziehend sind, sichert dir zudem ein erhöhtes Maß an Loyalität. Das wiederum verhindert eine hohe Fluktuation der Mitarbeiter, welche in den Augen von Fachkräften auf Jobsuche ebenfalls negativ interpretiert wird. Innerhalb einer gewachsenen Gemeinschaft am Arbeitsplatz fällt es zudem leichter auch aus Krisen gestärkt hervorzugehen.


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4. Mach Talente noch vor Ausbildung und Studium auf dein Startup aufmerksam

Die Anzahl an Jobs, mit denen viele Jugendliche in Kontakt kommen, ist im Allgemeinen auf die Berufe der Eltern und Familienmitglieder sowie den typischen Minijobs diese Altersklasse beschränkt. An dieser Stelle kannst du schon früh in den War for Talent eingreifen. An vielen Gymnasien, Realschulen und Gesamtschulen werden für die oberen Klassen vor der mittleren Reife oder dem Abitur Berufstage angeboten. Hierbei schnuppern die Teenager in verschiedene Arbeitsbereiche hinein oder du stellst dein Startup den Klassen vor. Das bietet dir eine gute Möglichkeit nach Praktikanten und Auszubildenden Ausschau zu halten.

Vergleichbare Programme sind oft auch an Universitäten verfügbar. Hier suchen zahlreiche Studenten zudem nach Optionen, um praktische Erfahrungen in Form von Praktikanten- oder Werkstudentenjobs zu sammeln. Sind in den kommenden Jahren freie Vollzeit-Stellen absehbar, bietet dir dies die Möglichkeit dich schon jetzt mit den passenden Bewerbern zu vernetzen oder sie gar bereits vorab in dein Unternehmen zu holen.


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Zusammenfassung zum War for Talent

Der War for Talent ist eine Realität, die auch in den kommenden Jahren die Suche nach Fachkräften für Unternehmen weiterhin erschweren wird. Das bedeutet jedoch nicht, dass du als Startup gegenüber der Konkurrenz chancenlos bist. Mit:

  • flexiblen Arbeitskonzepten
  • dem Loslösen von Stereotypen über Bewerber sowie
  • einer aktiven und attraktiven Außendarstellung

gelingt es deinem Startup aus dem War for Talent als Sieger hervorzugehen.

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