„Mittlerweile weiß ich, dass all meine vergangenen Misserfolge und Frustrationen das Fundament für das Leben gelegt haben, das ich heute genieße kann.“

(Tony Robbins)

Genau das spiegelt auch meine eigene Überzeugung sehr gut wieder. Scheitern und Misserfolge sind wichtig, denn hieraus lernen wir weitaus mehr, als durch reine Erfolgserlebnisse. Das hast du selbst sicherlich schon oft gelesen. Immer wieder. Aber hast du es auch verinnerlicht? 

Die Angst zu scheitern ist oft der Grund dafür, dass wir gar nicht erst versuchen, unsere Träume zu verwirklichen. Doch viele erfolgreiche Unternehmer sind vor ihrem großen Erfolg mehrere Male gescheitert. Sie haben dazu alle eines gemeinsam: Sie haben nicht aufgegeben. In diesem Artikel werde ich dir verdeutlichen, wie du deine Angst zu scheitern in etwas Positives verwandelst und warum “Scheitern” sogar wichtig für deinen Erfolg sein kann.

Das Leben ist keine lineare Funktion. Es geht nicht immer nur bergauf. Jede Erfolgsgeschichte hat ihre “Schattenseiten”. Für die eigene Weiterentwicklung ist es wichtig, dass wir auch Rückschläge erleben und daran wachsen: Die 80% des Eisbergs, die unter Wasser sind und die kaum jemand sieht. In diesem Artikel möchte ich dich für das Thema Scheitern sensibilisieren und dir aufzeigen, warum es für deinen Erfolg so wichtig ist.

Du denkst dir: „Das schaffe ich sowieso nicht“. Hört sich nicht ungewöhnlich an, oder? Eigentlich sollte es das aber sein. 

Die Angst zu scheitern ist in unserer Gesellschaft absolut normal geworden. Doch durch sie hörst du auf zu träumen. Du versuchst etwas nicht, sondern gibst es auf. Das muss nicht sein! In diesem Artikel werde ich Dir verdeutlichen, wie du die Angst zu scheitern in etwas Positives verwandeln kannst. 

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Scheitern, was ist das überhaupt?

First things first. Frage dich doch einmal kurz, was dir bei dem Wort „Scheitern“ alles durch den Kopf schießt. Bei mir war das beispielsweise lange Zeit: Versagen, Schwäche, Misserfolg, nicht gut genug sein. Was haben diese Assoziationen gemeinsam? Richtig, sie sind durchweg negativ. 

In unserer Gesellschaft haben viele Worte im Laufe der Jahrzehnte einfach einen „schlechten Beigeschmack“ erhalten. Dieser wird dann ganz einfach mit der Sprache an sich erlernt und weitergegeben.

Laut Duden ist die Definition übrigens: „Ein angestrebtes Ziel nicht erreichen“. Das hört sich schon besser an und das ganz allein durch die Wortwahl. Im Endeffekt kannst du natürlich eine Sprache nicht ändern. Doch du kannst diese negativ geprägten Assoziationen einfach selbst durch Begriffe ersetzen, die einen positiven Effekt auf dich und deine Umwelt haben. 

Die Wortwahl macht also schon viel aus. „Etwas nicht erreichen“ klingt einfach besser. Schließlich hat jeder schon einmal eine Verabredung nicht pünktlich erreicht. Ist das ein Beinbruch? Nein! Deine Wortwahl kann also schon der einfachste und schnellste Weg sein, um etwas gegen deine Versagensangst zu tun. 

Sei nett zu dir selbst und zu deinem tiefsten Inneren! Wähle eine freundliche und positive Sprache im Umgang mit deinen Mitmensch – und besonders auch mit dir selbst. 

Kleine Schritte führen auch zu großen Zielen

Gehen wir doch kurz zu der Definition im Duden zurück:

„Ein angestrebtes Ziel nicht erreichen“. Im ersten Schritt solltest du dir selbst dieses Ziel setzen. Lass dich von deinem engsten Umfeld zu nichts überreden oder in eine Richtung drängen in die du überhaupt nicht gehen möchtest. Fokussiere dich stattdessen auf etwas, dass du wirklich selbst anstrebst. Zum einen hast du dann von Beginn an viel mehr Motivation. Zum anderen bist du dann vielmehr in der Lage über den Weg bis zu diesem Ziel selbst zu entscheiden. Vergleiche dich nicht mit anderen und fühle dich schlecht, weil du vielleicht nicht schnell genug bist. Denke daran, dass auch kleinen Schritte dich letztlich zum Ziel bringen werden. Jeder geht seinen Weg eben auch im ganz eigenen Tempo. Vergleiche dein Leben doch einfach mit einer tollen Reise. Wohin und wie schnell diese ist, liegt ganz allein bei dir. Ein schlechter oder besser gibt es nicht. Schließlich ist jede Reise an einfach einzigartig – ganz genauso, wie der Reisende, der diese gerade erlebt.

Scheitern liegt im Auge des Betrachters

Wusstest du, dass Versagensängste meist in der eigenen Kindheit wurzeln? Dahinter verbirgt sich oft der Wunsch nach Liebe. Leider lernen nämlich viele Kinder, dass sie besonders stark geliebt oder dafür mit netten Worten belohnt werden, wenn sie sich „passend“ verhalten. Oft gipfelt das letztlich in der Vorstellung, dass wir nur akzeptiert werden, wenn wir Leistung erbringen. Eben dann, wenn wir das erbringen, was andere von uns erwarten. Doch, wie sollen wir Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten erhalten, wenn wir nie das tun, was wir selbst wollen? Genau an diesem Punkt öffnet sich die Tür für die Versagensängste.

Plötzlich ist es wie ein Teufelskreis. Die Sorgen lassen dich aufgeben. Sie lähmen dich. Letztlich verspürst du ein ungutes Gefühl, weswegen du Herausforderungen aus dem Weg gehst obwohl du die Fähigkeiten dazu hast diese zu meistern. Du verfolgst deine Träume nicht obwohl du die Möglichkeit hast diese zu verwirklichen.

Was ist, wenn ich wirklich einmal scheitern sollte, fragst du dich gerade vielleicht. Ganz einfach: Ein Fehlschlag, Misserfolg, Reinfall oder eine Niederlage (nenne es wie du willst) ist vieles, aber nie folgendes – eine Zeitverschwendung. Aus jeder Erfahrung lernst du etwas. Du kannst dich dadurch also zusätzlich noch einmal weiterentwickeln und wieder gestärkt daraus hervorgehen. 

Denke daran, dass auch die erfolgreichsten Menschen auf ihrer Reise einige Hindernisse überwinden mussten. Sei also auch für diese Erfahrung dankbar. Bei einem „Misserfolg“ ist also gar nicht der Fakt, dass das passiert ist entscheidend. Nein! Vielmehr ist es wichtig, was du selbst daraus machst. Motiviere dich weiter, nutze das Erlernte und schöpfe dadurch nicht nur Kraft, sondern auch neue Kreativität. 

Frei nach dem Motto: Hinfallen, Aufstehen und Weitermachen. 

angst zu scheitern überwinden

Die Angst vor dem Scheitern

Im Rahmen meiner Diplomarbeit vor über zehn Jahren habe ich evaluiert, was Absolventen von einer möglichen Unternehmensgründung abhält. Dabei kam heraus, dass gerade die “Angst zu scheitern” viele von einer Startup-Gründung abschreckt. Die Autoren des Global Entrepreneurship Monitor kommen zu ähnlichen Ergebnissen. 38% der Befragten würden aus Angst vor dem Scheitern eine Gründung unterlassen (vgl. https://www.rkw-kompetenzzentrum.de/gruendung/studie/global-entrepreneurship-monitor-20182019/).

Nun, ich habe bereits einige Startups gegründet – und nicht jedes davon wurde ein Erfolg, hier ein kleiner Auszug:

  • Gründung erstes Startup 2011 mit zwei Freunden (StandUpAndMove UG), Idee: Online-Absolventenvermittlung
  • 2011 unsere nächste Idee: Eine Website, die den Menschen den Montag versüßt
  • Und daraus ergab sich dann die Idee für ein weiteres Startup: Eine App für Mode-Inspiration und -Beratung, hieraus wurde 2014 die CheckYourStyle GmbH, welche mittlerweile liquidiert ist
  • 2011 gründete ich mit einem der beiden Mit-Gründer dazu eine Marketing- und Gründerberatung (Verkauf meiner Anteile 2016)
  • 2012: Launch eines Portals für Flirtcoaching
  • 2013: Launch eines Modeblogs für Männer
  • 2014: Aufbau eines CallCenters zum Vertrieb von Business Website-Paketen, stellten wir nach einigen Wochen aber wieder ein
  • Dazu kommt noch der Launch zahlreicher Online-Plattformen, welche ich im Alleingang gestartet habe, von denen ich den Großteil mittlerweile wieder eingestellt habe (bspw. Digitales-Business.de, Frauen-Verführen-Lernen.de, Attraction-Coaching.de, Unipreneur.de, Girokonto-Prämie.de und Onlinegames-Test.de)

Ich weiß also, was es heißt zu “scheitern” und Misserfolg zu erleben. Doch ich bereue nichts davon. Ich wäre nicht an dem Punkt, an dem ich heute stehe. Ich möchte dich von ganzem Herzen dazu ermutigen, dich Dinge zu trauen und und nicht zu viele Bedenken zu haben. Scheitern ist nichts, vor dem man Angst haben sollte. Es ist stattdessen etwas, an dem wir wachsen und uns weiterentwickeln. 

Wenn du eine Idee im Kopf hast, die du gerne unternehmerisch realisieren möchtest, dann kann ich dir nur sagen: Mach es! Egal ob es klappt oder nicht. Du wirst so viel daraus mitnehmen und lernen! Wenn du Angst hast, zu viel Geld zu verlieren, dann beschäftige dich mit dem Thema Lean Startup (hierzu werden wir einen eigenen Artikel verfassen). Und was, wenn am Ende dein Vorhaben dazu auch noch klappt?! 

Das Worst Case Szenario

Hast du Angst zu scheitern? Wie genau sieht deine Angst aus? Hast du dir einmal bildlich vorgestellt, was genau im schlimmsten Fall passieren kann? Ich meine, stelle dir den wirklich allerschlimmsten Fall vor, der eintreten könnte: Was genau soll denn passieren? Es wird sicherlich niemand verletzt werden und im Nachhinein könntest du auch wieder etwas anderes machen, wenn es denn mit der Selbstständigkeit wirklich nicht klappen sollte. Du wirst auch wieder einen Angestellten-Job annehmen können, wenn du merkst, dass die Selbstständigkeit doch nichts für dich ist. Es kann dir einfach nichts Schlimmes geschehen. Das soll dir auch folgendes Beispiel veranschaulichen:

Die Geschichte soll sich bei IBM abgespielt haben: Durch den Fehler eines Produktentwicklers hatte das Unternehmen zehn Millionen Dollar eingebüßt. Natürlich war der Betreffende sicher, das seine Entlassung oder Schlimmeres folgen würden. Der Konzernchef sah es jedoch völlig anders: Warum sollte er jemanden entlassen, dessen Ausbildung ihn gerade einen Millionenbetrag gekostet hatte?

Das Einzige, was ich bisher bei manchen Projekten „verloren“ habe war etwas Geld. Aber nicht umsonst gibt es das Wort „Lehrgeld“. Dafür habe ich auf der anderen Seite nämlich etwas viel wertvolleres erhalten: Erfahrung. Und deshalb denke ich auch nicht, dass ich Geld „verloren“ habe, sondern dass ich es investiert habe. In mich und in meine Selbstständigkeit. Auch wenn das ein oder andere Projekt nicht erfolgreich lief, es hat mich trotzdem nach vorne gebracht. Genau dahin, wo ich jetzt bin. Ich weiß nicht wo ich wäre, wenn ich die Rückschläge nicht erlebt hätte.

Und das führt mich auch direkt zum nächsten Punkt – nämlich den Fakt, dass du die Angst zu scheitern sogar zu deinem Vorteil nutzen kannst. Wenn du dir erst einmal bewusst macht, dass dich Scheitern sogar einen großen Schritt nach vorne bringen kann.

Scheitern? Ja, bitte!

Ich lese mir gerne Interviews mit erfolgreichen Selbstständigen durch, die es geschafft haben sich ein kleines Imperium aufzubauen und viele hundert oder tausend Angestellte beschäftigen können. Wenn sie dann nach dem Geheimnis ihres Erfolgs gefragt werden, ist die Antwort häufig die gleiche:

Aufstehen, wenn es mal nicht geklappt hat und weitermachen!

Denn auch wenn du mit einem Projekt startest und es nicht nicht gelingt – lass dich dadurch nicht vom Weg abbringen. Du fühlst dich dazu berufen selbstständig zu sein? Dann setze auch alles daran, dass du es weiter bleibst. Gerade durch ein „Scheitern“ wirst du so viel lernen können. Wenn es immer nur erfolgreich und bergauf geht, dann sind die Lerneffekte eher gering. Wer dagegen öfters mal in Schwierigkeiten kommt oder mit einem Projekt scheitert, der wird zahlreiche Lehren hieraus ziehen können.

Scheitern wird oft mit Misserfolg und Versagen gleichgesetzt. Es ist also kein Wunder, dass es eine förmliche Angst zu Scheitern gibt. Denn wer möchte schon versagen und Misserfolg haben? Laut Duden bedeutet Scheitern ein angestrebtes Ziel oder Ähnliches nicht zu erreichen. Doch wer genau setzt dieses Ziel fest? Normalerweise man selbst. Wenn man sich also von Vornherein unerreichbare Ziele setzt, dann ist es auch recht wahrscheinlich, diese nicht zu erreichen und somit also laut Sprachgebrauch zu scheitern. Stattdessen sollte man sich also Ziele setzen, die erreichbar sind (hierzu werden wir auch noch einen extra Artikel erstellen).

Bei der Recherche zu diesem Artikel bin ich auf ein spannendes Thema gestoßen: Johannes Haushofer war vor vier Jahren mit 36 Jahren Assistant Professor in Princeton. Das ist schon erwähnenswert, doch noch mehr Aufmerksamkeit erlangte sein Lebenslauf der Fehlschläge (vgl. https://www.princeton.edu/~joha/Johannes_Haushofer_CV_of_Failures.pdf). Er hat klar alle seine vermeintlichen Fehlschläge in einen Lebenslauf verpackt. Wow. Das hat mich zum Nachdenken gebracht: Ich überlege gerade ernsthaft, ob es nicht ein sinnvolles Tool sein könnte, um das der eigene Lebenslauf ergänzt werden kann. Ich habe in meinem Leben jede Menge Vorstellungsgespräche geführt und mich auch mit vielen Kollegen dazu ausgetauscht und sind uns einig: Wir suchen Menschen mit Profil. Kein 0815. Genau dazu zählen für mich auch Rückschläge. Und vor allem, wie jemand damit umgegangen und anschließend herausgekommen ist.

Immer wieder aufstehen

Wenn ein Vorhaben von dir nicht so läuft, wie du es dir vorstellst oder du mit einem Projekt “gescheitert” bist, dann solltest du überlegen, was genau du verbessern kannst. Oder ob du sogar noch bessere Ideen im Kopf hast. Dabei solltest du dich aber nicht zu sehr ablenken lassen. Ich hatte zu Beginn meiner Selbstständigkeit den Kopf auch voller Ideen und ich wollte am liebsten sofort alle gleichzeitig umsetzen. Das funktioniert aber nur in den seltensten Fällen. Konzentriere dich lieber zunächst auf eine Idee und versuche diese bis ins Detail zu optimieren. Anschließend kannst du dann weitere Ideen umsetzen.

Die Angst zu scheitern beginnt im Kopf. Die Ursache dafür sind meist keine objektiven Hindernisse, sondern überzogene Erwartungen und negative Glaubenssätze. Du kannst sie überwinden, wenn du dein Mindset änderst. Scheitern bedeutet nicht das Ende – vielmehr ist es ein Schritt auf dem Weg, auf dem du deine Ziele umsetzt.

Wenn man etwas Neues und Innovatives erschaffen will, dann muss man damit rechnen, dass es nicht unbedingt im ersten Anlauf klappt. Es werden immer Hürden kommen, die es gilt zu überwinden. Scheitern gehört oft zum erfolgreich sein dazu. Und es gehört vor allem im Lernprozess dazu. Wer akzeptiert, dass es förderlich sein kann zu scheitern, der macht sich das Leben um einiges leichter.

Prominente Beispiele von “Misserfolgen”:

Henry Ford ging angeblich bereits fünf Mal pleite, bevor ihm schließlich der Durchbruch gelang. Sein Statement dazu: “Es gibt mehr Leute, die kapitulieren, als solche, die scheitern.”

Walt Disney wurde angeblich mangels Ideen und fehlender Fantasie von einem Zeitungsverleger gefeuert und musste wohl auch den ein oder anderen Bankrott hinnehmen, ehe er einen Investor fand. Und das war gar nicht so einfach: Sprechende Tiere? Das hielten früher viele für absurd. Mehrere hundert Absagen musste er hinnehmen, ehe er einen Investor fand, und der Erfolg von Disney beginnen konnte.

Steve Jobs wurde 1985 von seinem selbst gegründeten Unternehmen Apple gefeuert, nachdem die Einführung eines neuen Computermodells floppte. Elf Jahre später wurde er zurück ins Unternehmen geholt, nachdem das von Steve Jobs neu gegründete Unternehmen Next von Apple aufgekauft wurde. Kurz danach führt er Apple als neuer CEO auf die Erfolgsspur und entwickelte schließlich den iMac, den iPod, das iPhone und das iPad mit.

Stephen King erhielt für seinen ersten Roman “Carrie” eine Absage nach der anderen von Verlagen und schmiss das Skript in den Müll. Seine Frau glaubte jedoch an ihn und überzeugt ihn, nicht aufzugeben. Wir können froh sein – seine Bücher haben sich mittlerweile über 400 Millionen Mal verkauft, viele davon wurden auch verfilmt. Ähnlich ging es auch Harry Potter Autorin J. K. Rowling. Auch ihre Bücher wurden mittlerweile über 400 Millionen Mal verkauft – ihr Skript wurde jedoch von zahlreichen Verlagen abgelehnt. Laut einer Rede in Harvard von J. K. Rowling gehört Scheitern mit zum Leben: 

“Wer nicht scheitert, lebt nicht. Und ist bereits damit gescheitert.”

Thomas Edison benötigte mehr als 10.000 Versuche, um die Glühbirnen zu erfinden. Er selbst sagte dazu: „Ich bin nicht gescheitert – ich habe 10.000 Wege entdeckt, die nicht funktioniert haben.“. Es ist also alles eine Frage der richtigen Perspektive.

In jedem Scheitern steckt auch eine Chance. Denn Edison wusste, dass er seinem Ziel immer näher kommt, auch wenn er bisher zahlreiche Male „scheiterte“. Für ihn war es jedoch kein Scheitern, sondern der Weg zum Ziel. Was wäre gewesen, wenn Edison nach ein paar hundert oder tausend Versuchen aufgegeben hätte? Er hätte die Glühlampe vermutlich niemals erfunden. Doch er hat nicht aufgegeben und so können wir auch im Dunkeln bequem mittels eines Schalters das Licht anschalten.

Wenn du dich mehr mit Geschichten des Scheiterns beschäftigen möchtest, kann ich dir sehr die FuckUp Nights empfehlen, auf denen Menschen von Misserfolgen berichten und was sie daraus für sich mitgenommen haben.

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Wir haben (noch) keine Kultur des Scheiterns

“Ich glaube, das ist keine gute Entscheidung, und wird später im Lebenslauf auch eine große Lücke sein“ sagte mein damaliger Chef zu mir, nachdem ich ihm mitteilte, dass ich den Konzern verlasse und mit zwei Freunden ein eigenes Startup gründe.

Damals war mir noch nicht bewusst, dass sich diese vermeintliche “Lücke” als meine größte Stärke im Lebenslauf erweisen würde. Denn wer ein Startup gründet kann das auch selbstbewusst im Lebenslauf erwähnen. Ganz unabhängig davon, ob das Startup erfolgreich ist oder nicht. Und lass mich so viel vorab sagen: Unser erstes Startup war nicht erfolgreich. Aber aus Fehlern lernen wir bekanntlich mehr als aus Erfolgen.

Ich bin ganz ehrlich mit dir: Das Scheitern meines ersten Startups war mir zunächst sehr unangenehm. Denn jeder in meinem Umfeld wusste über unser Startup Bescheid und fragte ständig nach, wie es denn läuft. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Scheitern erstmal gar nicht als etwas Positives angesehen wird. Zwar hat sich die letzten Jahre schon etwas geändert, aber wir leben noch in keiner Kultur des Scheiterns. Leider. Denn im Nachgang betrachtet würde ich heute nichts anders machen als damals. Es war nicht nur eine verdammt geile Zeit, sondern ich habe in zwei Jahren mehr gelernt als ich in zehn Jahren im Konzern gelernt hätte.

Leider wird Scheitern zu oft immer noch als etwas angesehen, vor dem wir Angst haben müssen. Egal, ob nun bei einer Unternehmensgründung oder im Angestelltenverhältnis, oder auch im Liebesleben. Wir lernen aus Fehlern oft am besten. Ich ermutige mein Team immer dazu, neue Dinge auszuprobieren. Scheitern ist klar erlaubt. Meiner Meinung nach müssen sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiter im modernen Arbeitsleben damit umgehen können, Fehler zu machen und zu scheitern.

Gerade durch Fehler lernen und haben die Möglichkeit, unsere Persönlichkeit zu stärken, indem wir uns mit uns selbst auseinandersetzen. Dazu erhalten wir neue Blickwinkel und arbeiten effizienter, indem wir weniger Wert auf Perfektionismus legen. Natürlich kannst du auch Erfolg erleben, ohne dabei auch nur einmal gescheitert zu sein. Doch wie würdest du dann mal mit einem möglichen Misserfolg umgehen?

Wenn wir “scheitern”, beschäftigen wir uns mit uns selbst oder mit dem, was wir tun – und das ist auch gut so. Dadurch entwickeln wir uns weiter.

Drei Reminder für dich gegen die Versagensangst

  1. Denke an etwas, dass du schon erreicht hast anstatt nur an das, was du einmal nicht geschafft hast.
  1. Bleib realistisch und frage dich, wie schlimm es wirklich wäre, wenn du dein Ziel nicht erreichen solltest. Führe dir hier besonders vor Augen, ob die Angst auf dir selbst beruht oder lediglich darauf, was dein Umfeld dann von dir denkt.
  1. Solltest du wirklich einmal etwas nicht schaffen, löscht das nicht all deine bereits erlebten Erfolge aus. Vielmehr kann es dich stärken und dir eventuell einen Vorteil für zukünftige Vorhaben verschaffen.

Die Angst zu scheitern ist absolut menschlich. Ganz genauso, wie etwas einmal nicht zu schaffen. Diese Unsicherheit sollte dich nicht blind für Chancen und deine eigenen Fähigkeiten machen. Es sollte dich nicht lähmen deine Träume zu verfolgen. Es klingt abgedroschen, aber du hast nur dieses eine Leben. Das ist Fakt! Liebe und lebe es stattdessen und nutze deine Fehler oder Misserfolge als Sprungbrett um beim zweiten Anlauf noch weiter zu kommen. Halte dir vor Augen, dass es einfach manchmal mehrere Anläufe braucht, um einen Berg zu besteigen. Das gehört zum Lernprozess des Lebens einfach dazu. Scheitern tust du nur, wenn du aufgibst und es erst gar nicht weiter versuchst. Wie Nelson Mandela bereits sagte:

„I never lose. I either win or learn.“ 

(Nelson Mandela)

Und was ist mit dir?

Mach doch mal den Selbstversuch und scheitere aktiv. Lass es ein kleines Projekt sein, bei dem du nicht viel verlierst. Sensibilisiere dich mit dem Thema. Nimm Scheitern als etwas Positives – oder zumindest Neutrales – an. Mache dir bewusst, dass du dich aus dem Scheitern heraus sehr schnell weiterentwickeln kannst.

Ich bin ein Fan von “Einfach machen”. Nicht umsonst habe ich diesen Blog gestartet. Ich möchte auch dich dazu animieren, Dinge einfach auszuprobieren und keine Angst vor dem Scheitern zu haben. Hinterlasse mir gerne einen Kommentar und berichte von deiner eigenen Erfahrung zum Thema Scheitern. #WhyTheFuckNot?!

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