Burnout – Symptome frühzeitig erkennen und das Ausbrennen verhindern

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Das Burnout-Syndrom entwickelt sich immer mehr zu einer echten Volkskrankheit. Viele Menschen sind körperlich und mental erschöpft oder können mit dem erhöhten Stresslevel auf der Arbeit nicht umgehen. Diese Überforderung führt nicht selten zu einem sogenannten Burnout. Bist auch du jemand, der fleißig ist, rund um die Uhr arbeitet und allgemein ein sehr ehrgeiziger Menschen-Typ ist? Dann könntest auch du gefährdet sein, an Burnout zu erkranken!

Dieser Artikel gibt dir Aufschluss darüber, wie du Burnout Symptome und Anzeichen frühzeitig erkennst und was du tun kannst. Du bekommst einen Einblick in die typischen Burnout-Phasen und erhältst einen guten Überblick über die Krankheit. Alleine durch das Wissen, das du in diesem Artikel erwirbt, senkst du dein Krankheitsrisiko, da du auf frühe Anzeichen achten kannst und es somit gar nicht erst soweit kommen muss. Darüber hinaus erhältst du wertvolle Tipps, wie du Burnout beim Arzt ansprechen und was du tun kannst – egal ob als Arbeitnehmer oder Gründer. Welche Berufe besonders betroffen sind und ob du dich wegen Burnout krankschreiben lassen kannst wird ebenfalls geklärt.

Was versteht man unter Burnout?

Im Allgemeinen versteht man unter dem Begriff Burnout das emotionale, körperliche und geistige “Ausbrennen”, woher auch der Begriff stammt. Es ist bekannt, dass Menschen, die unter starkem Stress leiden irgendwann in einem Burnout landen, sofern sie diesem Stress nicht gewachsen sind und keinen gesunden Ausgleich dafür finden. Die Betroffenen sind häufig überarbeitet, leiden unter Schlafstörungen und nicht selten unter einer sich langsam einstellenden Depression.

Burnout Symptome und Anzeichen frühzeitig erkennen

Burnout Symptome sind sehr vielfältig und äußern sich sowohl auf einer psychischen als auch auf einer körperlichen Ebene. Die Ausprägungen sind dabei höchst individuell und verändern sich in den verschiedenen Phasen der Erkrankung. Das häufigste Symptom ist in jedem Fall der Erschöpfungszustand, in dem sich die Betroffenen befinden.

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Die 7 typischen Burnout-Phasen

Auch wenn die Krankheit höchst individuell ist, so lässt sich erfahrungsgemäß ein bestimmtes Muster erkennen. Die Betroffenen durchlaufen dabei sieben typische Phasen, in denen sich die Burnout Symptome verändern. Welche Phasen das sind, wird im Folgenden übersichtlich dargestellt:

1. Phase: Die Anfangsphase

In der Anfangsphase haben die Betroffenen noch sehr viel Energie und Ehrgeiz. Sie setzen sich einer starken Arbeitsbelastung aus und sind sehr motiviert, etwas zu leisten. Eines der ersten Anzeichen von Burnout ist, dass diese Menschen nach Feierabend nicht mehr richtig abschalten und sich erholen können. Auch wenn sie weiter ihrem Job nachgehen, so sind sie dabei weniger leistungsfähig. Dies liegt daran, dass sie beispielsweise zu wenig Schlaf bekommen, sich nicht mehr gesund ernähren und somit ihre Akkus nicht mehr richtig aufladen können. Sie arbeiten also viel, jedoch wird diese Arbeit zunehmend unproduktiver. Erste Anzeichen sind Energiemangel, Schlafmangel, eine allgemeine Verschlechterung des Gesundheitszustandes sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit.

2. Phase: Rückgang der Motivation

In der zweiten Phase zeigen sich Motivation und Ehrgeiz langsam reduziert. Die Betroffenen leisten weniger, erwarten aber dennoch eine angemessene Anerkennung von anderen. Oft bemerken sie nicht, dass ihre Arbeit weniger effektiv ist und geraten in eine Frustration. Die Empathie für andere nimmt ab und auch im Privatleben bleibt diese Haltung nicht ohne Konsequenzen. Typische Burnout Symptome in der zweiten Phase sind neben dem schwindenden Engagement also das Gefühl mangelnder Wertschätzung, abnehmende Empathie und negative Gefühle.

3. Phase: Depression, Frustration und Schuldzuweisungen

In der dritten Phase werden die Reaktionen der zweiten Phase weiter verstärkt. Die Person ist mit ihrer aktuellen Situation unzufrieden und sucht nach einem Schuldigen. Schuldiger kann hier sowohl eine andere Person, als auch der Betroffene selbst sein. Je nachdem wie die Phase verläuft, endet diese emotionale Reaktion dann in einem Gefühl der inneren Leere und Hilflosigkeit, Niedergeschlagenheit, Angstzuständen oder in einer übertriebenen Launenhaftigkeit, Reizbarkeit, Ungeduld und Streit mit anderen.

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4. Phase: Abnahme der Leistungsfähigkeit

In der vierten Phase zeigt sich nur noch eine sehr geringe Leistungsfähigkeit der Betroffenen. Die Kreativität schwindet, komplexe Aufgaben können kaum noch bewältigt werden und Entscheidungen fallen wesentlich schwerer. Es treten Probleme in Lebens- oder Arbeitsbereichen auf, die vorher leicht von der Hand gingen. Den Betroffenen fällt es zudem immer schwerer, ihrer gewohnten Tätigkeit und ihrem gewohnten Alltag nachzugehen.

5. Phase: Desinteresse in mehreren Lebensbereichen

Während den betroffenen Burnout Patienten zu Beginn die Arbeitsleistung und die Anerkennung anderer überdurchschnittlich wichtig war, so entwickeln sie in der fünften Phase ein zunehmendes Desinteresse. Sie reagieren oft gleichgültig für das, was im Außen passiert und ziehen sich auch im Privatleben häufiger zurück.

6. Phase: Die Belastung wirkt sich auf den Körper aus

Die hohen emotionalen Belastungen, die sich bislang nur auf psychischer und geistiger Ebene ausgewirkt haben, beginnen in der sechsten Phase sich auch in körperlichen Beschwerden zu äußern. Körperliche Burnout Symptome, die hier auftreten können, sind verschiedene Arten von Schmerzen, wie beispielsweise Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen, Schlafstörungen verschiedenster Art, plötzliche Gewichtszunahme oder -abnahme, die häufig durch veränderte Essgewohnheiten entsteht, Magen-Darm-Beschwerden, erhöhte Infektanfälligkeit aufgrund eines schwächeren Immunsystems und ein verstärkter Konsum von sogenannten Genussmitteln wie Nikotin, Koffein oder Alkohol.

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7. Phase: Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit

In der siebten Phase, also der höchsten Stufe des Burnout Syndroms ist das Gefühl der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit dann auf dem Höhepunkt. Den Betroffenen erscheint das eigene Leben oft vollkommen sinnlos und nicht selten tauchen hierbei sogar Suizid-Gedanken auf. Die Verzweiflung bezieht sich nicht nur auf den Arbeitsplatz, sondern auch auf das Privatleben. Die Betroffenen können nicht mehr wahrnehmen, welche guten Dinge es in ihrem Leben gibt und geraten in eine schwere Burnout Depression.


Ursachen und Risikofaktoren von Burnout

Wie in der Eingangsbeschreibung schon angemerkt, ist Burnout häufig das Resultat von übertriebenem Ehrgeiz. Doch genauso wie die Krankheitsverläufe, so sind auch die Ursachen vielfältig und können sowohl primär aus inneren als auch aus äußeren Faktoren entstehen. Allgemein kann jeden ein Burnout treffen, da es hierbei nicht nur auf die Gegebenheiten und die Anforderungen von außen, sondern auch auf die innere Haltung und Belastbarkeit ankommt.

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Gibt es Berufe, die besonders von Burnout betroffen sind?

Unter einem Burnout erkranken nicht nur Manager, Gründer und Geschäftsführer von großen Firmen. Auch Lehrer, Krankenschwestern oder Mütter und Väter können an einem Burnout Syndrom erkranken. Denn das “ausgebrannt sein” muss sich nicht immer auf einen hohen Posten am Arbeitsplatz beziehen. Beispielsweise sind viele allein erziehende Elternteile überfordert und können schnell typische Burnout Symptome aufweisen. Nicht selten handelt es sich bei Burnout-Patienten auch um Personen, die ehrenamtlich arbeiten und sich dort einer zu großen Belastung aussetzen. Vor allem Menschen, die zusätzlich zu einer 40 Stundenwoche noch an weiteren Projekten arbeiten – sei es der Aufbau einer eigenen Selbstständigkeit oder eben das Aushelfen in einem ehrenamtlichen Tätigkeitsfeld – sind hier gefährdet.

Allerdings reagiert jeder Mensch anders auf Druck und Belastung. Doch auch sehr widerstandsfähige und belastbare Personen sind vor Burnout Symptomen nicht geschützt. Dies liegt insbesondere daran, dass sich in der Anfangsphase ein übertriebener Ehrgeiz äußert und häufig haben die Menschen sehr viel Spaß bei ihrer Tätigkeit. Sie merken also erst spät, dass sie erste Burnout Symptome aufweisen, weshalb vorbeugen hier besser ist als behandeln. 

Burnout kann also sowohl Menschen treffen, die sehr zielstrebig sind und viel Ehrgeiz haben, aber auch Menschen, die aus bestimmten Gründen überempfindlich sind und auf äußere Umstände stark reagieren. Zu hohe Erwartungen, Zweifel an sich selbst und Schwierigkeiten mit Schwäche umzugehen sind typische Risikofaktoren. Oft fehlt den Betroffenen die Stabilität und Struktur im Alltag. Auch dies kann sowohl durch äußere Faktoren gegeben sein, als auch durch zu hohe Anforderungen an sich selbst.


Diagnose Burnout – was tun?

Burnout ist eine ernst zunehmende Krankheit, die möglichst frühzeitig und professionell behandelt werden sollte. Je früher die ersten Burnout Symptome erkannt werden, umso besser. Aus diesem Grund solltest du bei Burnout möglichst schnell eine Therapie machen. Es gibt viele verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Zu Beginn steht jedoch immer die Krankheitseinsicht selbst. Die Einsicht darüber, an Burnout erkrankt zu sein ist der erste Schritt in die richtige Richtung.

Allgemein setzt sich das weitere Vorgehen dann aus einer Kombination aus Psychotherapie, Verhaltenstherapie und körperlichen Therapiemaßnahmen zusammen. Medikamente gibt es auch, jedoch sollten Antidepressiva höchstens ergänzend zu einer Psychotherapie eingesetzt werden. Burnout kann sowohl ambulant als auch in einer psychosomatischen Klinik stationär behandelt werden. In einer Klinik wird das Therapieangebot durch Gruppentherapien und einen strukturierten Alltag sinnvoll ergänzt. Häufig erzielen die Betroffenen damit die besten Ergebnisse. Doch auch der körperliche Aspekt ist nicht zu vernachlässigen. Körpertherapie und Sport erhöhen die Produktion von Glückshormonen, die in Folge der Krankheit zurückgegangen ist. Darüber hinaus lernen Betroffenen sich im Alltag zu entspannen und einem erneuten Ausbrennen vorzubeugen. Eine ausgeglichene Work-Life-Balance und ein gutes Stressmanagement sind hierbei das A und O.

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Burnout beim beim Arzt ansprechen und sich krankschreiben lassen

Viele Betroffene erkennen bei sich selbst typische Burnout Symptome oder vermuten sogar, dass sie ernsthaft an einem Burnout erkrankt sein könnten. Der Weg zum Arzt fällt vielen jedoch schwer und einige trauen sich nicht, sich aufgrund von Burnout Symptomen krankschreiben zu lassen. Jedoch solltest du wissen, dass du deinem Arbeitgeber keinen Gefallen tust, wenn du überarbeitet bist und dich in diesem Zustand weiterhin zur Arbeit schleppst. Wie in den typischen Phasen beschrieben, nimm deine Leistungsfähigkeit ab, was im Umkehrschluss bedeutet, dass du für deinen Arbeitgeber keine großartige Bereicherung bist mehr bist. Deinem Arbeitgeber ist deshalb mehr geholfen, wenn er zwar für einige Zeit auf deine Arbeit verzichten muss, du danach aber wieder mit einer hervorragenden Leistungsfähigkeit zurückkommst und dementsprechend bessere Ergebnisse produziert. Aus diesem Grund solltest du kein schlechtes Gewissen haben, wenn du dich krankschreiben lässt.

Bei deinem Arzt kannst du deine Beschwerden ganz einfach ansprechen, da Burnout Symptome heutzutage keine Seltenheit mehr sind. Sage deinem Arzt, wie du dich fühlst und das sowohl auf psychischer als auch auf körperlicher Ebene. Dann wird dein Arzt dich sehr wahrscheinlich an einen Psychotherapeuten weiterleiten, der mit dir gemeinsam die beste Therapieform findet. Er kann dann eine genaue Diagnose stellen, womit eine für die passende Behandlungsform dementsprechend eingeleitet werden kann.


Fazit: Vorbeugen ist besser als behandeln!

So wie bei allen Krankheiten ist gerade beim Burnout das Vorbeugen besser als eine Behandlung. In der heutigen Leistungsgesellschaft wird es häufig hoch anerkannt, wenn Menschen sich überarbeiten. Wird dabei allerdings die Gesundheit aufs Spiel gesetzt, so ist dies keine Eigenschaft, die bewundert werden sollte! Du kannst auch ein sehr ehrgeiziger und fleißiger Mensch sein, ohne deine Gesundheit zu zerstören. Hier einige Tipps:

  • Achte auf ein gesundes Stressmanagement
  • Lege bei der Arbeit ausreichend Pausen ein
  • Ernähre dich gesund und ausgewogen
  • Baue Sport in deinen Alltag ein und bewege dich ausreichend
  • Nutze Entspannungsverfahren wie Meditation, Achtsamkeit oder Yoga
  • Sorge für eine gesunde Balance zwischen deiner Arbeit und anderen Lebensbereichen